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18. Juni 2008

Änderung des Saarländischen Besoldungsgesetzes und der Verordnung über die Gewährung von Zulagen für Lehrkräfte mit besonderen Funktionen

Präsident Ley:

Das Wort hat Frau Abgeordnete Barbara Spaniol.

Abg. Spaniol (fraktionslos):

Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Der Ministerpräsident

hat Ende letzten Jahres bemerkt, dass er eine Offensive für Bildung

starten muss und wollte uns damit sein Regieren erklären. Er sprach

in dieser Regierungserklärung von Motivation und Zufriedenheit der

Lehrerinnen und Lehrer, auch von Sicherung der Unterrichtsqualität,

und er wollte mehr Besoldungsgerechtigkeit einfordern.

Die CDU-Fraktion hat dazu heute einen Gesetzentwurf vorgelegt.

Ich betone dabei, dass ich es ausdrücklich begrüße, dass Sie die

Ungerechtigkeit innerhalb der Besoldung der ehemaligen Hauptschullehrer

im Vergleich zu den Realschullehrkräften an der ERS

beseitigen wollen. Aber es stellt sich doch auch heute wieder die

Frage - genau wie bei der Polizei: Auf wessen Kosten?

Meine Damen und Herren, ich zitiere aus Ihrer Begründung: „Zur

Gegenfinanzierung der Zulage (...) wird die Besoldung im Eingangsamt

der Besoldungsgruppe A 13 bei neu eingestellten Realschulund

Sonderschullehrkräften um 300 Euro vermindert." Das heißt

doch: Hier wird eingespart! Stellen sich die neu eingestellten Lehrkräfte

gut an - so geht es in der Begründung sinngemäß weiter -, so

gibt es nach drei Jahren endlich mehr Geld, andernfalls erst nach

fünf Jahren.

(Zurufe des Abgeordneten Jungmann (CDU).)

Meine Damen und Herren von der CDU, wir brauchen dringend eine

Verbesserung der Beförderungssituation. Aber eine solche Verbesserung

über die Absenkung der Eingangsbesoldung zu finanzieren

- das ist eben gerade nicht gerecht! Das geht eindeutig zulasten

junger Lehrerinnen und Lehrer, also jüngerer Beamtinnen

und Beamten, zulasten dieser Berufsgruppe.

(Abg. Dr. Hartmann)

 

Ich habe es schon so oft gesagt, ich sage es an dieser Stelle noch

einmal: Das ist die falsche Antwort auf die Frage, wie junge qualifizierte

Kräfte im Land gehalten werden können!

(Zurufe von der CDU.)

Herr Jungmann, Sie waren doch auch Beamter! Eine solche Benachteiligung

bei der Besoldung ist innerhalb der Laufbahn kaum

mehr wegzubekommen.

(Zuruf von der CDU: Das stimmt doch gar nicht!)

Es ist doch völlig klar, dass sich die Lehramtsabsolventen dort

bewerben werden, wo die bessere Bezahlung zu erwarten ist. Qualifizierte

Kräfte werden also erneut abwandern.

(Anhaltendes Sprechen.)

Meine Damen und Herren von der CDU, die Krux liegt doch ganz

woanders: Wir brauchen endlich eine Lehramtsausbildung, die den

veränderten, den schwierigen schulpolitischen Herausforderungen

gerecht wird. Dieses Ziel erreicht man doch nicht, indem man an

veralteten Lehramtsstudiengängen festhält, bei denen künstlich

Unterschiede geschaffen werden, um später Unterschiede in der

Besoldung rechtfertigen zu können! Und das trotz gleichen Einsatzes

in derselben Schulform!

Die Lehramtsstudiengänge müssen umstrukturiert werden. Sie

müssen an die Schulwirklichkeit angepasst werden, und das muss

schließlich auch in eine einheitliche Besoldung münden. Damit würde

wirklich Dienstrechtskompetenz gezeigt! Das wäre ein kompetenter

Umgang mit dem Besoldungsrecht! Das würde endlich bedeuten:

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. - Vielen Dank.

(Abg. Schreier (CDU): Alle Abitur, alle A 15 ... - Zuruf von der

CDU: Wie in der DDR!)