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Rede zum Bienensterben

Das kann man vielleicht bald nicht mehr singen -

summ, summ, summ, Bienchen summ herum -, so

schlimm, wie es ist.

Kolleginnen und Kollegen! Wir haben als erste Fraktion

den Handlungsbedarf bezüglich der Bienen

schon vor Monaten im Umweltausschuss zum Thema

gemacht. Wir begrüßen sehr, dass wir das heute

im Plenum diskutieren. Wir nehmen es auch sehr

ernst und unterstützen die Forderung, dass man

sich nicht darüber lustig macht. Es ist nämlich in der

Tat dramatisch, wenn man sich die Zahlen anschaut:

11.500 tote Völker - so umschreibt die Süddeutsche

Zeitung das Massensterben der Bienen -

alleine durch Insektenvernichtungsmittel. Umweltschützer

und Imker gehen schon längst auf die Barrikaden,

denn das bringt sie auf die Palme. Sie waren

jetzt zu Recht auf der Grünen Woche in Berlin

und haben demonstriert. Das wird durch einen Bericht

der EU bestätigt. Umstrittene Insektizide, die

großflächig in der industriellen Landwirtschaft eingesetzt

werden, sind ein tödliches Gift für Bienen. Eine

große Verantwortung haben offenbar Großkonzerne

wie Bayer und die schweizerische Syngenta. Kolleginnen

und Kollegen, das ist wieder einmal ein

schlimmer Skandal zulasten der Natur. Ich meine,

wenn man nicht hier ansetzt und fordert, dass diese

Mittel vom Markt müssen, dann nutzt alles andere

auch sehr wenig.

Es hilft nichts - das erleben wir gerade -, dass Bayer

ankündigt, man werde für Aufklärung sorgen. Das

kennen wir alles. Es wird lange geforscht und herumgeeiert

und dann doch nichts getan. Dasselbe ist

es bei Syngenta, wo man nichts tun will. Man hat

den Zeitpunkt der Veröffentlichung in der Süddeutschen

Zeitung kritisiert und den negativen Einfluss

glatt verleugnet. Kolleginnen und Kollegen, eine blinde

Industrieaffinität wird sich rächen, wenn man

nicht den Hebel ansetzt und umsteuert. Eine Welt

ohne Bienen kann man sich nicht vorstellen. Bienen

sind nicht nur auf Imker oder ein Hobby zu reduzieren

- das wurde eben auch richtig gesagt -, sie gehören

vielmehr zu den wichtigsten landwirtschaftlichen

Nutztieren. Ihr Aussterben hätte massive Auswirkungen

auf die gesamte Wirtschaft. Viele Nahrungspflanzen

des Menschen sind auf die Bestäubung

durch Bienen angewiesen, Obst und Gemüse

brauchen sie und auch die Blumen würden nicht blühen.

All das sind ganz wichtige Pfeiler der Natur, die

man hüten und schützen muss. Es ist auch eine

große Summe, den die Bienen als Wert für die

Landwirtschaft darstellen. Man schätzt ihn auf etwa

22 Milliarden Euro. Das sagt alles, aber vieles - gerade

in der konventionellen Landwirtschaft - läuft

schief. Auch hier muss umgesteuert werden. Das

muss man kritisieren.

Monokulturen und der massive Gifteinsatz in der

Landwirtschaft gehören zu weiteren Gründen des

massiven Bienensterbens. Man muss ökologische

Standards in der Agrarpolitik viel mehr auf dem

Schirm haben, damit eine andere Entwicklung eintritt.

Deshalb begrüßen wir Kampagnen wie „Ein

Landkreis summt“. Frau Ministerin, als ich hier ans

Mikro gegangen bin, haben wir gemeinsam gesummt.

Ich finde es gut, dass Sie das Ganze zur

Chefsache machen wollen. Wir müssen alles tun,

um diese schleichende Naturkatastrophe zu verhindern.

Es ist schön, dass so viel Einigkeit bei diesem

Thema besteht. - Danke.

(Beifall von den Oppositionsfraktionen.)